Illu Demokratie Monitor 2500px2

Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor 2025

Politisch interessierte Jugendliche in einer (zu) komplexen Welt

Der Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor ist eine schweizweite repräsentative Befragung junger Menschen des DSJ in Zusammenarbeit mit dem gfs.bern. Die Befragung 2025 zeigte, dass Jugendliche sich zwar für Politik interessieren, dies aber selektiv und mit grossen Unterschieden zwischen den Geschlechtern und dem Schultyp passiert. Auch zeigte sich, dass junge Menschen Politik als sehr komplex wahrnehmen, was sie auch daran hindert, sich aktiver mit Politik auseinanderzusetzen.

Im Folgenden haben wir sechs zentrale Ergebnisse der aktuellen Befragung aufgeführt und näher beleuchtet. Die ganze und ausführliche Studie findest du am Ende dieser Seite.

Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, würden wir uns freuen, wenn du unseren Newsletter abonnierst und uns auf unseren Social-Media-Kanälen folgst, zum Beispiel auf Instagram, LinkedIn oder TikTok. Wenn du unsere Arbeit unterstützen möchtest, kannst du das mit einer Spende machen. Vielen Dank!

Seit über zehn Jahren befragt das gfs.bern im Auftrag des DSJ junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zu ihrem Vertrauen in die politischen Institutionen, zu ihrem politischen Interesse und Engagement, zum Zustand der demokratischen Bildung in der Schule oder zum Medienkonsum und dessen Nutzung zur Beschaffung politischer Informationen sowie zu ihrer Einstellung zu Themen der Nachhaltigkeit und Zukunft. Damit liefert die Studie ein repräsentatives Bild, das regelmässig von Wissenschaft, Politik und Medien verwendet wird, um demokratische Bildung und Jugendpartizipation zu fördern.

Was ist der Schweizer Jugend und Demokratiemonitor?

Erklärvideo: Die Studie in Kürze

Thumbnail Politikmonitor DE

Politisches Interesse generell steigt, bleibt aber selektiv

Interesse an politischen Themengebieten (nach Geschlecht und Schultyp)

Welche politischen Themengebiete interessieren dich?

in % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren, Anteil ‚genannt‘. Mehrfachantworten möglich. Die Grafik stellt nur die häufigsten Nennungen dar, die ausführlichen Angaben sind in der detaillierten Studie ersichtlich.

Total
Geschlecht: Mann
Geschlecht: Frau
Schultyp: Berufliche Grundbildung
Schultyp: Gymnasiale Maturität
Kriminalität
41%
37%
47%
38%
52%
Diskriminierung (z. B. Rassismus, Sexismus)
35%
25%
45%
30%
50%
Psychische Gesundheit / Mental Health
35%
20%
50%
32%
43%
Schule und Bildung
33%
24%
41%
31%
39%
Gaza-Krieg
32%
23%
41%
28%
42%

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

Die Studie zeigt: Das Interesse an weltweiter Politik erreicht mit 54 Prozent einen Höchstwert, und auch das Interesse an Schweizer Politik steigt gegenüber 2023 spürbar an. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen mit hoher persönlicher oder emotionaler Relevanz. Das thematische Profil ist stark geschlechtsspezifisch geprägt:

  • Junge Frauen beschäftigen sich häufiger mit sozialen und psychosozialen Fragen. Sie nennen das Thema psychische Gesundheit am häufigsten.
  • Junge Männer verfolgen vermehrt sicherheits- und technologiepolitische Themen.
  • Insgesamt wird das Thema Kriminalität am häufigsten genannt.

Politische Information: Trend zur Verlagerung ins Digitale setzt sich fort

Informationskanal politische Ereignisse, Abstimmungen oder Wahlen

Über welche Kanäle informierst du dich über politische Ereignisse, Abstimmungen oder Wahlen?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren. Mehrfachantworten möglich. Die Grafik stellt nur eine Auswahl dar, die ausführlichen Angaben sind in der detaillierten Studie ersichtlich.

Verständlichkeit Informationsquelle

Wie verständlich sind die Informationsquellen für dich?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren die die jeweilige Informationsquelle angegeben haben. Die Grafik stellt nur eine Auswahl dar, die ausführlichen Angaben sind in der detaillierten Studie ersichtlich.

Illu Demokratie Monitor 2500px5
Häufigkeit Nutzung
Sehr verständlich
Eher verständlich

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

  • Neben der Familie und dem Schulunterricht zählen heute vor allem Instagram und TikTok zu den wichtigsten politischen Informationsquellen.
    • easyvote (73 %), Votenow (63 %) und ChatGPT (56 %) werden von denjenigen, die den entsprechenden Kanal als Informationsquelle nutzen, als besonders verständlich wahrgenommen. Übrigens: easyvote und Votenow sind Angebote des DSJ.
  • Trotz der intensiven Nutzung sozialer Medien bleibt das Vertrauen in klassische Medien deutlich höher, was die Ambivalenz zwischen Informationspraxis und Vertrauensbasis sichtbar macht.

Institutionen gewinnen an Vertrauen – Komplexität als Hürde

Vertrauen Personen/Gruppen in der Schweiz

Wie gross ist dein Vertrauen in die folgenden Personen und Gruppen in der Schweiz?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren.

Illu Demokratie Monitor 2500px6
Sehr grosses Vertrauen
Eher grosses Vertrauen
Eher wenig Vertrauen
Sehr wenig Vertrauen
Kenne ich nicht

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

  • Während das Vertrauen in Forschung und Stadtregierung im Vergleich zur letzten Erhebung relativ konstant geblieben ist, hat das Vertrauen in politische Institutionen wie den Bundesrat und die Parteien zugenommen.
  • Komplexität und Intransparenz gelten als zentrale Vertrauenshürden. Viele Jugendliche fühlen sich von politischen Akteur:innen zu wenig verstanden oder nicht ausreichend informiert.

Jugendliche bekennen sich klar zum demokratischen System

Aussagen zum Thema Demokratie

In einer Demokratie entscheidet die Bevölkerung. Wie einverstanden bist du mit folgenden Aussagen zum Thema Demokratie?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren.

Illu Demokratie Monitor 2500px7
Sehr einverstanden
Eher einverstanden
Eher nicht einverstanden
Überhaupt nicht einverstanden
Weiss nicht/keine Antwort

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

  • 80 % der jungen Menschen erkennen die Bedeutung von Mitbestimmung
  • Über die Hälfte der Jugendlichen glaubt daran, dass die Demokratie auch während Krisen gut funktioniert und zukunftsfähig ist.
  • Knapp unter einem Drittel der Jugendlichen ist jedoch nicht überzeugt und findet die Schweizer Demokratie veraltet.

Demokratische Bildung ist präsent, entspricht aber nur bedingt den Wünschen der Schüler:innen

Bereits gemachte vs. gewünschte Aktivitäten

Bitte wähle alle Aktivitäten an, die du in der Schule oder in der Ausbildung bereits gemacht hast.
Welche dieser Aktivitäten sollte man deiner Meinung nach im Schulunterricht zur politischen Bildung machen?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25 Jahren


Mehrfachantworten möglich. Die Grafik stellt nur die häufigsten Nennungen dar, die ausführlichen Angaben sind in der detaillierten Studie ersichtlich.

Illu Demokratie Monitor 2500px
Bereits gemacht
Sollte man machen

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

Auch die politische Bildung wird den Ansprüchen der Jugendlichen bislang nur teilweise gerecht.

  • Nur 40 Prozent geben an, viel oder eher viel über Politik gelernt zu haben, und 54 Prozent fühlen sich nicht gut auf Abstimmungen vorbereitet.
  • Hoch ist die Nachfrage nach praxisorientierten Formaten wie Institutionenbesuchen, Wahlhilfen oder konkreter Anleitung zum Abstimmungsprozess.

Zukunftsaussichten: ein gemischtes Bild bei Jugendlichen

Zukunft der Schweiz/ persönliche Zukunft

Wie fühlst du dich, wenn du an die Zukunft der Schweiz denkst?

Wie fühlst du dich, wenn du an deine persönliche Zukunft denkst?

In % Schüler:innen zwischen 15 und 25.

Illu Demokratie Monitor 2500px3
Sehr zuversichtlich
Eher zuversichtlich
Neutral
Eher besorgt
Sehr besorgt
Weiss nicht

© gfs.bern, Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor, September – November 2025 - Break 1

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich ein ambivalentes Bild:

  • Jugendliche schätzen die Zukunft der Schweiz weniger positiv ein (44 %) als ihre persönliche Zukunft (48 %)
  • Frauen blicken insgesamt deutlich skeptischer in die Zukunft als Männer.
  • Besonders interessant ist der Befund, dass Jugendliche ohne Schweizer Staatsbürgerschaft ihre persönliche Zukunft eher pessimistisch einschätzen, die Zukunft der Schweiz jedoch überraschend positiv bewerten – ein Hinweis auf eine klare Differenzierung zwischen individueller Lebenslage und Vertrauen in die gesellschaftliche Stabilität.

Fazit & detaillierte Studienergebnisse

Der Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor 2025 hat gezeigt, dass sich Jugendliche durchaus für Politik interessieren, insbesondere dann, wenn sie einen persönlichen Bezug zum Thema herstellen können oder es ihnen alltags- und praxisnah vermittelt werden kann. Was das konkret bedeutet unterscheidet sich zwar etwas nach Geschlecht und Schultyp, einig sind sich die Jugendlichen jedoch darin, dass Politik zu komplex ist, ein Problem, dass sich auch in der Informationsbeschaffung zeigt.

Die bereinigten statistischen Daten, welche die Basis für den Bericht darstellen (RDS-Format) stehen hier zum Download bereit. Alle Berechnungen wurden gewichtet durchgeführt (Variable «gewdef»). Um die Resultate reproduzieren zu können, muss diese Variable aktiviert/berücksichtigt werden.

Ältere Studien findest du hier:

Abonniere unseren Newsletter oder folge unseren Social-Media-Kanälen:

Bleib auf dem Laufenden!

Partnerorganisationen

Ein herzlicher Dank geht an unsere Partnerorganisation, die diese Studie möglichgemacht haben:

Helfen Sie uns dabei, junge Menschen für Politik zu begeistern und unsere Demokratie nachhaltig und wirkungsvoll zu stärken: Jetzt spenden. Danke!

Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende

24 Julia Kopf

Noch Fragen?

Ich beantworte sie gerne

Mitarbeit Jugendpolitik & Forschung

Julia
Kopf

+41 31 384 08 07 julia.kopf@dsj.ch